Im Bereichsfeuerwehrverband Liezen zählt auch die FF Hall zu einer von jenen 9 Stützpunktfeuerwehren, die über ein Heuwehrgerät verfügen.

Die Übungsverantwortlichen OBM Roman Wilfing und OLM d.F. Elmar Leyendecker nahmen dies zum Anlass, um den Aufbau und den Umgang mit dem Heuwehrgerät zu beüben.

Die damaligen "Heuwehrpioniere", EHBI August Siedler und HBI a.D. Herbert Siedler, gaben ihre Erfahrungen an die Kameraden weiter und erklärten die verschiedenen Schritte.

Das Heuwehrgerät befindet sich stets einsatzbereit auf einem Anhänger und ist in wenigen Minuten einsatzbereit. Während die Wasserversorgung mittels Zubringleitung sichergestellt wird, wird auch das Heuwehrgerät in Betrieb genommen. Es besteht aus einer Temperatursonde, mehreren Löschlanzen, eigenen C-Verbindungsschläuchen, einem Verteiler, Wasserkanistern und einem Motor, der sowohl eine Absaug- als auch eine Gebläsevorrichtung besitzt.

Angesaugt wurde mit zwei Tragkraftspritzen bei einem nahen Gewässer, so konnten mehrere Strahlrohre, auch zum Schutz der benachbarten Gebäude, sowie ein Hydroschild problemlos betrieben werden. Das RLFA 2000 leuchtete die Einsatzstelle aus.

Bevor die Temperatur gemessen wird, muss eine fertige, einsatzbereite Löschleitung  hergestellt sein und die Strahlrohre besetzt sein, denn durch die Luftzufuhr, die durch das Einbringen der Sonde möglich wäre, könnte der Heustock plötzlich durchzünden. Deswegen arbeiten auch nur so wenige Personen wie möglich direkt am Heustock. Zeigt das Messgerät eine Temperatur von rund 70°C an, ist bereits große Vorsicht geboten.

Mit dem Vorlocher wird die erste Zugangsöffnung in den Heustock geschaffen, um die Rohrsonden platzieren zu können. Diese werden im Abstand von 80-100cm - je nach Lage an der Einsatzstelle - dreieckförmig-, linien- oder kreisförmig angebracht und sollte schräg nach unten im Heu stecken, um im Bedarfsfall optimal bewässern zu können.

Nun wird das Gebläse in Betrieb genommen und auf "Absaugen" eingestellt, um heiße Brandgase aus dem Inneren des Heustockes herauszusaugen. Gleichzeitig wird aus den, an den Rohrsonden aufgesteckten Kanistern, Wasser in kleinen Mengen mit angesaugt und im Saugstrom zerstäubt.

Durch ein Sichtfenster am Gebläse kann beobachtet werden, ob auch Funken mitgesaugt werden. Das Sichtfenster beschlägt mit Wasserdampf, wenn die Tropfenzerstäubung funktioniert und die Dämpfe wirksam abgesaugt werden. Tritt beim Abluftrohr ebenfalls ein Dampfgemisch aus, so kann der Absaugvorgang so weitergeführt werden. Treten jedoch nur heiße, trockene Gase aus, muss das Gebläse abgeschaltet werden. Durch die Rohrsonden wird Wasser zur Kühlung in den Heustock eingebracht, wobei die Rohrsonden nun zu Löschlanzen umfunktioniert werden. Dann wird einige Minuten gewartet, um den Dampf im Heustock ausreichend wirken zu lassen. Anschließend wiederholt sich der Absaugvorgang, wie oben beschrieben, bis der gewünschte Wasserdampf am Abluftrohr austritt. Dieser Vorgang kann jedoch durchaus einige Stunden in Anspruch nehmen, bis der gewünschte Effekt eintritt.

Ist die Temperatur auf unter 50°C abgesunken, wird die Absaugung umgebaut und auf "Gebläse" umgeschaltet. Beim Belüften kühlt der Heustock von Innen her aus, gleichzeitig wird die Luft im Heustock umgewälzt und die Restwärme so verdrängt. Wird eine Temperatur von ca. 30°C erreicht, kann der Einsatz erfolgreich beendet werden, wobei zur Sicherheit möglichst lange belüftet werden sollte. Die anschließende Abtragung des Heustockes ist nach der Bewässerung ohnehin leider unvermeidlich.

Zwar haben bereits viele Landwirte von Heustöcken Abstand genommen und auf Siloballen umgestellt, jedoch geht auch von feuchten Hackschnitzellagern oder Ähnlichem eine erhöhte Brandgefahr aus. Das Heuwehrgerät der FF Hall kam in der Vergangenheit bereits mehrfach zum Einsatz, sodass Schlimmeres verhindert werden konnte.

Die Freiwillige Feuerwehr Hall bedankt sich auf das herzlichste bei Fam. Weißensteiner vlg. Großseis für das zur Verfügungstellen des Übungsobjektes und die anschließende Verköstigung der Kameraden. Bei der Übungsbesprechung wurde den Übungsverantwortlichen OBM Wilfing und OLM d.F. Leyendecker,sowie EHBI August Siedler und HBI a.D. Herbert Siedler großes Lob ausgesprochen.

Eingesetzt waren:

  • RLFA 2000 Hall

  • KLFA 2000 Hall mit Anhänger KLF-Beladung

  • MTFA Hall mit Heuwehr-Anhänger

  • gesamt: 22 Mann